Technische Prüfung

Checkliste für die Besichtigung

Bereich für Bereich. Verständlich erklärt. Für Ihren nächsten Besichtigungstermin.

Struktur und Bausubstanz

Die tragenden Teile eines Gebäudes bestimmen seinen Wert und seine Sicherheit. Schäden hier sind selten günstig zu beheben.

Risse in Wänden und Decken

Haarfeine Risse im Putz sind oft harmlos und entstehen durch normale Setzungsbewegungen. Breite, diagonal verlaufende oder klaffende Risse können auf Fundamentprobleme hinweisen. Besonders aufmerksam sein: Risse, die durch mehrere Stockwerke verlaufen, und solche, die sich an Fenster- und Türecken bilden.

Türen und Fenster, die klemmen

Wenn Türen oder Fenster sich schwer öffnen lassen oder nicht mehr richtig schließen, deutet das auf Verschiebungen im Gebäude hin. Das kann ein Zeichen für ungleichmäßige Setzung oder strukturelle Bewegungen sein. Prüfen Sie alle Türen und Fenster im Haus systematisch.

Dachstuhl und Dachkonstruktion

Falls der Dachboden zugänglich ist, lohnt sich ein Blick auf die Holzkonstruktion. Dunkle Verfärbungen oder mürbes Holz können auf Feuchtigkeitsschäden oder Holzschädlinge hinweisen. Auch Lichtdurchfall durch das Dach ist ein klares Warnsignal.

Schiefe Böden und Wände

Ein kleiner Ball, der auf dem Boden rollt, zeigt Gefälle an. Deutlich schiefe Böden oder Wände, die nicht mehr lotrecht stehen, weisen auf erhebliche Setzungsbewegungen hin. Solche Abweichungen sollten von einem Fachmann bewertet werden.

Feuchtigkeit und Schimmel

Feuchtigkeit ist einer der häufigsten und teuersten Mängel bei Bestandsimmobilien. Sie versteckt sich gern hinter frischer Farbe.

Geruch beim Betreten

Ein muffiger, modriger Geruch ist eines der zuverlässigsten Zeichen für Feuchtigkeit oder Schimmel. Frisch gelüftete oder parfümierte Räume können diesen Geruch überdecken. Fragen Sie, ob kurz vor der Besichtigung intensiv gelüftet wurde.

Verfärbungen an Wänden und Decken

Gelbliche oder bräunliche Flecken an Decken stammen oft von Wasserschäden. Graue oder schwarze Flecken, besonders in Ecken und hinter Möbeln, sind typisch für Schimmel. Neue Farbe über alte Schäden aufzutragen ist eine verbreitete, aber kurzfristige Lösung.

Keller und Bodenplatte

Der Keller ist der häufigste Ort für aufsteigende Feuchtigkeit. Weißliche Ablagerungen (Ausblühungen) auf Betonwänden, feuchte Stellen auf dem Boden oder nasse Wände sind klare Warnsignale. Prüfen Sie auch, ob der Boden des Kellers trocken und fest ist.

Elektrik und Leitungen

Veraltete Elektroinstallationen sind nicht nur teuer zu ersetzen, sie können auch Sicherheitsrisiken darstellen.

Alter des Sicherungskastens

Ein moderner Sicherungskasten hat Leitungsschutzschalter (Sicherungsautomaten). Ältere Anlagen mit Schraubsicherungen oder gar Kachelsicherungen entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand. Das Baujahr des Kastens gibt oft Aufschluss über den Zustand der gesamten Elektrik.

Steckdosen und Schalter

Vergilbte, lockere oder veraltete Steckdosen und Schalter zeigen das Alter der Anlage. Fehlende Schutzleiter (erkennbar an zweipoligen Steckdosen ohne Erdung) sind in Bädern und Küchen ein Sicherheitsproblem. Zählen Sie die Steckdosen pro Raum: wenige Steckdosen deuten auf alte Leitungsführung hin.

Freiliegende Leitungen

Improvisierte oder freiliegende Elektroleitungen, die sichtbar durch Räume verlaufen, sind ein Zeichen für nachträgliche Installationen, die nicht fachgerecht ausgeführt wurden. Besonders in Kellern und auf Dachböden kommt das vor.

Heizung und Warmwasser

Die Heizungsanlage beeinflusst direkt die Betriebskosten. Ihr Alter und ihr Zustand sind deshalb wichtige Kaufkriterien.

Baujahr und Typ der Heizung

Fragen Sie nach dem Baujahr der Heizungsanlage. Heizkessel haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 15 bis 25 Jahren. Ältere Anlagen arbeiten oft ineffizienter und können je nach Brennstoff nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Das Typenschild am Kessel gibt Aufschluss.

Heizkörper und Verteilleitungen

Rosten oder undichte Heizkörper sind Zeichen für mangelnde Wartung. Leitungen aus Stahl oder Kupfer sind langlebiger als ältere Leitungen aus anderen Materialien. Prüfen Sie, ob alle Heizkörper gleichmäßig warm werden, wenn die Heizung läuft.

Möchten Sie bei der Besichtigung Unterstützung?

Fragen Sie eine persönliche Begleitung an. Wir erklären vor Ort, was Sie sehen.

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